Das ultimative Erlebnis mit dem Hintern am Boden zu schleifen...

Die Formel 4 ist am Red Bull Ring gelandet – als neues Fahrerlebnis am Spielberg. Was ist der Unterschied zwischen einem „Single Seater“ und einem klassischen Sportwagen? Was sind die größten Herausforderungen für Formel-Piloten? Und welche Glücksgefühle erwarten die Einsteiger? Ferdinand Habsburg – Österreichs derzeit erfolgreichster Formel-Racer (FIA F3 im Team Carlin) – erklärt die Faszination der Formel 4.

Was ist das beeindruckendste, wenn man zum ersten Mal in einem Formel-Boliden sitzt?
Ich war zum ersten Mal in der Motorsport-Arena Oschersleben mit einem Single Seater unterwegs und kann mich noch genau erinnern, wie intensiv ich damals die Geschwindigkeit gespürt habe. Es gibt kein Dach, trotzdem das Gefühl einer relativen Sicherheit und das ultimative Erlebnis, mit dem Hintern direkt am Boden zu schleifen. Ich weiß auch noch, dass die Session harte Arbeit war, aber das Racing-Feeling war eine wunderbare Belohnung. Es fühlt sich einfach sehr gut an.

Was sind die großen Unterschiede zwischen Formel-Racing und klassischen Sportwagen?
Ein Formel-Auto ist viel leichter als jedes andere Rennfahrzeug und viel direkter in der Lenkung. Das Gewicht konzentriert sich beim Fahrzeug hauptsächlich in der Mitte und so weit unten wie möglich. Dadurch reagiert der Racer sehr schnell, man spürt keine Verzögerung und hat das Gefühl, dass man das Fahrzeug extrem unter Kontrolle hat. Allerdings gerät die Situation auch ganz schnell außer Kontrolle, man muss eine viel feinere Linie fahren.

Was sind die großen Herausforderungen in einem Formel-Boliden?
Die größte Umstellung ist sicher, dass es keine technischen Hilfsmittel gibt, die einen auf der Rennstrecke retten – kein ABS, keine Traction Control oder ähnliches. Es wird dadurch spürbar schwieriger, ans Limit zu gehen. In den ersten Runden wird das Fahrzeug untersteuern, die Reifen werden blockieren. Aber wenn es dann gelingt, eine gute Kurve oder sogar Runde zu fahren, fühlt sich das wahnsinnig erfüllend an.

Wie körperlich anstrengend ist eine Formel-Session am Red Bull Ring?
Die Formel 4 hat noch weniger Downforce, das Fahren ist also durchaus mit Arbeit verbunden, die Bremse ist hart und die Lenkung nicht leicht. Es schaut vielleicht simpel aus, es ist aber schwierig. Wer ehrgeizig ist und sich ans Limit rantasten will, wird das körperlich spüren. Und in den ersten Runden ist es sicher auch ein bisschen angsteinflößend, aber das ist normal. Der Puls wird auf jeden Fall massiv steigen, das kann ich versprechen.

Welche Grundvoraussetzungen braucht es, um eine schnelle Runde drehen zu können – was sollte man aus seinem fahrerischen Alltag mitbringen, um wirklich Spaß zu haben?
Man kann mit einem Formel 4-Auto einfach nur cruisen – dafür reicht es, wenn man Gas, Bremse und Lenkung kennt. Wer aber im Single Seater gegen die Stoppuhr fährt, sollte sich immer Tipps vom Profi holen. Sonst wird man nur das persönliche Limit erfahren, nicht aber jenes des Formel-Boliden. Dafür braucht es eben die Experten.

Was macht den Red Bull Ring zur idealen Einsteiger-Strecke ins Formel-Racing?
Der Red Bull Ring ist eine super Strecke zum Einsteigen in die Formel-Klasse mit einer perfekten Mischung aus Kurven und Geraden. Hier kann man Geschwindigkeit spüren und Bremspunkte finden. Es gibt Zonen, die Jungs von Männern trennen, weil es Mut braucht für die ideale Linie. Und es sind genug Auslaufzonen vorhanden. Das gibt Sicherheit, weil Fahrfehler am Anfang fast unvermeidbar sind.

Dein Profi-Tipp: Was ist bei der ersten Formel-Session am wichtigsten?
Am wichtigsten ist meiner Meinung, die Runden im Formel-Racer einfach nur zu genießen. Und wenn es ums Fahren geht: Ruhig bleiben und smooth fahren, damit der Reifen Grip aufbauen kann. Das ist die Basis für eine gute Rundenzeit.

Welche Zeit kann man sich als Anfänger als realistisches Ziel setzen?
6 Sekunden Rückstand auf die jungen Formel 4-Fahrer wären eine sehr ambitionierte Vorgabe. Wer das schafft, hat Talent. (Anm.: Die F4-Rundenzeit lag 2017 bei knapp 1:31 Minuten)

Ferdinand Habsburg: zur Person
Habsburg? Der Name kommt nicht nur bekannt vor, Ferdinand ist tatsächlich der Urenkel des letzten Kaisers von Österreich – und im Moment der erfolgreichste Formel-Racer des Landes. Der 20-Jährige mit seinem klingenden, vollständigen Namen Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen hat seine Karriere 2012 im Kartsport begonnen und wechselte dann in die Formel Renault, zur Toyota Racing Series und in die Euroformula Open. Seit 2017 ist er für das Team Carlin in der FIA Formel 3 am Start. Am 28. Juli feierte er in Spa-Francorchamps seinen ersten F3-Sieg. Zu seinen Mentoren zählt unter anderem der frühere F1-Pilot Alexander Wurz.

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