07. Juni 2019

ADAC GT Masters: Die Tür des Lamborghini kann Rennen entscheiden...

Was ist der Unterschied zwischen einem Lamborghini Huracán mit Straßenzulassung und der Version GT3 EVO? Was kostet eine Saison in der Liga der Supersportwagen? Und warum ist 3 im Motorsport eine gute Zahl? Ein Interview mit Gottfried Grasser vom Grasser Racing Team GRT.

Das ADAC GT Masters-Wochenende am Red Bull Ring (7. – 9. Juni) ist für das Grasser Racing Team das Highlight der Saison. Heimrennen! Die GRT-Boliden kommen aus Knittelfeld, viel näher zum Spielberg geht fast nicht...

Gottfried, spürst du als Chef eines steirischen Teams den „Faktor Heimrennen“ am Red Bull Ring?

Natürlich! Wir begrüßen hier immer sehr viele Gäste und betreiben rundherum mit Catering etc. einen viel größeren Aufwand als bei jedem anderen Rennen. Die Atmosphäre am Red Bull Ring ist für uns ganz besonders, es ist eine der schönsten Rennstrecken der Welt.

Du schickst drei Lamborghini Huracán GT3 EVO ins Rennen – mit rund 500 PS unter der Haube. Die Straßenversion hat da deutlich mehr zu bieten...

Stimmt. Der Straßen-Lamborghini kommt auf rund 620 PS, aber das Rennauto ist trotzdem klar schneller.

Was macht den Unterschied aus?

Bis auf den Motor und die Lichter sind das zwei völlig verschiedene Fahrzeuge und technisch eigentlich nicht vergleichbar. Ein Beispiel: Die Tür wiegt in der Straßenversion 26 Kilo, beim Racer nur 4 Kilo. Beim Rennfahrzeug entfällt wirklich jeglicher Luxus-Schnickschnack und damit wiegt der Bolide insgesamt 300 Kilo weniger.

Wie wirken sich die Änderungen auf die Rundenzeit aus?

Der Renn-Lamborghini mit 500 PS braucht für eine Runde am Red Bull Ring rund 1 Minuten und 30 Sekunden, der Straßen-Lamborghini mit 620 PS rund 2 Minuten...

Der Vergleich bei der Beschleunigung?

2,8 Sekunden zu 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Warum steht das Team „Orange1 by GRT Grasser“ mit 3 Fahrzeugen am Start?

3 ist eine gute Zahl. Es ist mehr als 1 oder 2, aber auch nicht zu viel. Gerade richtig für uns. Mehr Fahrzeuge würden wir gar nicht schaffen, um die Qualität zu gewährleisten. Außerdem gibt es zu wenig gute Leute, die es für ein erfolgreiches Team braucht.

Was kostet ein Lamborghini Huracán GT3 EVO pro Saison im ADAC GT Masters?

Das kommt natürlich darauf an, wie pfleglich die Fahrer mit den Fahrzeugen umgehen und wie groß der Aufwand ist, zum Beispiel wie viele Trainings gefahren werden. Aber beim ADAC GT Masters muss man auf jeden Fall mit rund einer halbe Million Euro pro Saison rechnen.

Du bist vor einigen Jahren angetreten, um das erfolgreichste GT Racing Team Europas zu formen. Liegst du 2019 noch „im Plan“?

Das war 2014 tatsächlich mein großer Traum. Wir sind mittlerweile eines der erfolgreichsten Team Europas, haben große Siege gefeiert und können auf ein volles Regal mit Pokalen blicken. Wir sind sehr zufrieden. Unser Ziel ist es, jedes Rennen zu gewinnen, bei dem wir antreten. Aber mittlerweile gibt es eigentlich nichts mehr, was wir nicht schon gewonnen hätten.

Was macht die Faszination des ADAC GT Masters aus?

Es sind die geilsten Rennen – Sprintrennen, wo es in kurzer Zeit um die Wurst geht. Es muss alles passen, die Rennen sind höchstkarätig besetzt und es macht einfach nur Spaß.

Zurück zu den Heimrennen am 8. und 9. Juni. Der Red Bull Ring und das Grasser Racing Team – passt das zusammen?

Ja! Wir haben hier immerhin schon zwei Mal gewonnen! (Anmerkung: 2015 und 2017)

Was ist das Ziel für dieses Jahr?

Der  Lamborghini Huracán GT3 EVO ist ein neues Fahrzeug, mit dem wir noch nie am Red Bull Ring gefahren sind. Wir erwarten, dass es in diesem Jahr schwieriger wird, aber, dass wir trotzdem vorne mitfahren. Es bleibt spannend.

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