Backstage bei BMW: So funktioniert das Team von Philipp Eng

Der Salzburger DTM-Rookie kämpft am Red Bull Ring um seinen ersten (Heim-)Sieg. Wie viele Mechaniker und Ingenieure sind dafür im Einsatz? Wie viel Zeit lässt sich mit dem richtigen Setup herausholen? Und wann endet ein ganz normaler Arbeitstag in der Box? Wir haben bei Kay Behrens nachgefragt – er ist als Mechaniker für die Hinterachse beim BMW M4 DTM von Philipp Eng zuständig.

Der Start ins Renn-Wochenende.

Die Boliden werden mit Lkw geliefert, die meistens schon ab Dienstag Richtung Rennstrecke unterwegs sind. Vor dem Start wird jedes Rennfahrzeug vollständig zerlegt und repariert. Donnerstag Früh beginnt der Aufbau vor Ort. Für Engs BMW Team RBM sind 4 Lkw „on Tour“.

Vom Basis-Setup zum Sieg.

Angeliefert werden die Autos mit einem Basis-Setup, das erste lokale Feintuning wird erst in der Box eingespielt – die Reise beginnt mit Erfahrungswerten: Das letzte erfolgreiche Setup aus dem Vorjahr ist Ausgangspunkt für das aktuelle Rennen. Wesentlicher Faktor ist dabei natürlich das Wetter (Regen oder Sonne), weniger entscheidend ist in dieser Phase die Temperatur. Die ist zwar für den Reifendruck wichtig, spielt aber bei Sturz oder Spur kaum eine Rolle.

Das erste Feedback vom Fahrer.

Die Piloten selbst greifen erst beim ersten freien Training ins Geschehen ein. Kleine Verbesserungen können gleich erledigt werden, solide Basis für die Version 2.0 des Boliden ist die Datenanalyse nach den ersten Runden. Die Besprechung von Fahrern, Mechanikern und Ingenieuren dauert zwischen 30 und 60 Minuten, dann wird durchgearbeitet bis „Parc fermé“.

„Wenn alles perfekt läuft, lassen sich über das Setup vom ersten freien Training bis zum Qualifying bis zu 5 Zehntel finden.“

Der typische Arbeitstag in der Box.

Beginnt am Samstag und Sonntag um 7.00 Uhr. Das heißt: Aufstehen um 6.00 Uhr. Dienstschluss ist zwischen 20.00 und 21.00 Uhr. Der Freitag läuft noch etwas entspannter, da geht es eine Stunde später los. Durchgearbeitete Nächte gibt es keine mehr, die sind per Reglement verboten. Ausnahme: kapitale Schäden am Fahrzeug, was aber eine Strafversetzung nach sich zieht.

„Nachtschichten gibt jetzt es Gott sei Dank nicht mehr. Das ist ein neuer Rhythmus, aber wir haben ja immer wieder einen nächsten Tag, an dem wir alles Notwendige erledigen können.“

Jeder Fahrer hat seine Crew.

Bei BMW arbeitet pro Auto eine fixe Mannschaft von 7 Personen – 5 Mechaniker, 1 Renn-Ingenieur und ein Performance-Ingenieur. Dazu kommt dann noch ein Daten-Ingenieur pro Box. Telemetrie gibt es keine, die Daten werden per Kabel aus dem Auto runtergeladen.

„Wichtiger als alle Daten ist das Feeling des Fahrers. Der Pilot muss sich wohlfühlen, er muss sich komplett auf unsere Arbeit verlassen können und eins werden mit dem Auto.“

Der „worst case“ in der Box.

Auf Platz 1 im „Ganz schlecht gelaufen“-Ranking ist und bleibt der Motorschaden, weil der Wechsel zeitlich aufwändig ist und die Zahl der erlaubten Powerunits limitiert ist. Auch ein Unfall im Qualifying löst massiven Stress aus, weil die Zeit für Reparaturen bis zum Rennen sehr limitiert ist.

(Keine) Angst vor Fehlern.

In der DTM wird nicht nur der Reifenwechsel trainiert, die Mechaniker perfektionieren auch jede Setup-Änderung: Stabilisatoren, Stoßdämpfer und Federn, Spur, Sturz oder Höhe des Autos – im Werk wird regelmäßig geübt und probiert, damit jeder Handgriff sitzt, schnell geht und die Ingenieure zu 100% zufrieden sind.

„Bei Philipp Eng gibt es vor dem Start keine Rituale. Er ist immer pünktlich da, wirkt sehr entspannt, geht einmal ums Auto und wünscht jedem Crew-Mitglied gutes Gelingen. Das wars.“

Ams
Frutura
Hofer
Mitsubishi Motors
My World
Neuroth
Steiermark
Rauch
Red Bull

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