Ein (fast) typischer Renntag von Mick Wishofer

Was macht der 19-jährige Österreicher mit einem 550 PS starken Mercedes-AMG GT3 am Red Bull Ring? Er fährt sein drittes Rennen im ADAC GT Masters und verschläft vorsichtshalber gleich mal das Frühstück...

Ein Tag im Leben von ADAC GT Masters-Rookie Mick Wishofer (Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing ) – vom Aufstehen bis zur Strategiebesprechung. Hier ein Blick hinter die Kulissen.

Wo schläfst du an diesem Wochenende?

In einem Hotel in Judenburg

Wann stehst du auf?

Normalerweise zwischen 7.00 und 8.00 Uhr. Der Wecker war heute für 7.30 Uhr gestellt, aber ich bin erst um 8.30 Uhr aufgestanden, weil ich gleich mal verschlafen habe ...

Was hast du zum Frühstück gegessen?

Heute gar nichts, weil es sich nicht ausgegangen ist. Wenn kein Stress ist frühstücken wir ganz normal im Hotel.

Was war dein erster Termin?

Das war die Fahrerbesprechung des ADAC um 9.00 Uhr am Red Bull Ring. Da geht es um die Problempunkte aus dem letzten Rennen und was an diesem Wochenende anders ist, zum Beispiel die Boxeneinfahrt und die Track Limits oder wie Qualifying und Rennen ablaufen.

Was kommt danach?

Gleich im Anschluss hat die erste Teambesprechung stattgefunden. Das Team macht schon am Vortag einen Plan und in diesem Meeting wird abgestimmt, wer wann mit welchem Setup fährt.

Was habt ihr als Strategie festgelegt?

Wir haben in der Früh eine Qualifying-Simulation absolviert, weil wir am Samstag zu einer ähnlichen Zeit fahren und wir wollten, dass die Strecke in einem ähnlichen Zustand ist. Der Track wird durch die heutigen Sessions zwar mehr Grip haben, aber das müssen wir halt einberechnen.

Wann bist du zum ersten Mal auf die Strecke gefahren?

Das erste freie Training hat um 10.35 Uhr begonnen. Davor habe mir noch schnell 2 Croissant und einen Kaffee vergönnt.

Was passiert am Ende des Trainings?

Zuerst müssen alle Daten ausgewertet werden, das dauert. Dann setzen sich die Fahrer mit den Fahrercoaches und den Ingenieuren zusammen und schauen, wie sie sich selbst noch verbessern können. Erst danach werden die Zeiten der Trainingssession besprochen und gleich ein Plan für das nächste Training gemacht. Nachbesprechung und Vorbesprechung ist in einem. Das gleiche passiert nach dem zweiten freien Training am Nachmittag.

Welche Erkenntnisse haben euch die Daten gebracht?

Wir haben ein Gefühl für das Auto entwickelt und geschaut, wie sich die Reifen verhalten. So viel darf ich dazu verraten: Unsere Leistung war sehr ok, wir müssen nur ein paar Kleinigkeiten ändern.

Welcher Fahrer steigt am Samstag als erster ins Auto und wann wird das eigentlich entschieden?

Das muss das Team spätesten am Freitag um 9 Uhr bekanntgeben. Normalerweise fahre ich immer am Sonntag, am Red Bull Ring sitze ich aber schon am Samstag im Auto, weil an dem Tag die vermeintlich schwächeren Fahrer im Einsatz sind – und ich meine Stärken besser ausspielen kann. Ich kennen den Red Bull Ring sehr gut, weil ich hier Formel 4 gefahren bin, das wollen wir für eine bessere Platzierung und mehr Punkte nutzen.

Wann endet dein Tag?

Nach dem zweiten freien Training gibt es wieder Besprechung und danach gehen wir nicht gleich nach Hause, sondern denken gemeinsam darüber nach, was wir noch verbessern können. Am Mittwoch war ich um 23 Uhr im Hotel, am Donnerstag um 22 Uhr und heute wird es nicht viel früher werden.

Was gibt es zum Abendessen?

Catering von Team. Ich habe jetzt noch keine Ahnung, was genau auf den Tisch kommt, aber es wird eher fleisch-lastig. Zu Mittag hat es Kohlenhydrate gegeben... Spätzle mit Saft.

Gibt es zwischendurch Zeiten, an denen du nichts zu tun hast.

An einem Renn-Wochenende gibt eigentlich nie 1 oder 2 Stunden, wo wirklich nichts zu tun wäre... Pressekonferenzen, Interviews, Video-Drehs. Irgendwas ist immer los.

Du fährst dieses Wochenende mit Lucas Auer gemeinsam im Team – wie ist das?

Es ist eine sehr coole Erfahrung. Luggi ist ja einer der besten Rennfahrer Österreichs. Seine Erfahrung hilft dem Team und ich habe eine gute Referenz, was er vielleicht besser macht. Auf unserem Level schaut jeder darauf, dass das Team eine gute Performance abliefert. Darum haben wir Fahrer untereinander eigentlich keine Geheimnisse.

Schaust du auf die Zeiten der anderen Fahrer?

Ich konzentriere mich eigentlich nur auf mich selber. Große Zeit-Unterschiede sind im GT Masters eh nicht wahrscheinlich, da geht es um Hundertstel. Nicht einmal in der DTM gibt es ein so enges Feld wie in unserer Serie. In der DTM liegen die ersten 10 innerhalb einer Sekunde, im GT Masters war es in Most das ganze Feld – das sind 30 Autos!

Wie gehst du mit diesem Druck um?

Ich habe einen Mental-Coach und vor allem eine gute F4-Ausbildung, auf die ich mich verlassen kann. Wenn du im Formel-Sport gut bist, dann bist du auch in einem GT-Auto schnell.

Was ist dein Ziel für die Qualis?

Der Red Bull Ring ist keine Mercedes Strecke, es wird schwer, die Corvette zu schlagen. Wenn wir alles auf den Punkt bringen, schaffen wir Top 10.

Und für die Rennen?

Da sind wir sicher stärker, weil unser Tire-Management sehr gut funktioniert. Da sollten wir weiter vorne liegen.

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