DRUM THE BULL - „ANDERS, ALS ALLES ANDERE!“ Die wohl außergewöhnlichste Motorsport Hymne

Was Drum the Bull mit Österreich zu tun hat und wie man von acht Minuten Sinnesrausch überfahren werden kann. Dies und noch viel mehr erzählt uns Martin Grubinger, der den historischen Formel 1 Auftakt 2020 in Österreich perfekt in Szene setzt.

Martin Grubinger zählt zu den besten Perkussionisten der Welt, ist leidenschaftlicher Formel 1 Fan und Perfektionist. In Drum the Bull vereint der Österreicher klassische Musik und Motorensound am Red Bull Ring zu einer einzigartigen Komposition, die die Welt so noch nicht gehört und gesehen hat.  

Martin, du bist, wie du selbst sagst, riesiger Formel 1 Fan. Wie sieht dein Rennwochenende für gewöhnlich aus?

Die Formel 1 Rennen fallen meistens mit unseren Konzerttourneen zusammen, wo ich die Rennen, dann von unterwegs mitverfolge. Aber wenn es möglich ist, steige ich bereits am Freitag ins Rennwochenende ein. Ich verfolge schon das erste freie Training, weil ich wissen möchte: Wie sind die Teams drauf, wie sehen die Autos aus und welche Strategien werden verfolgt? Dann am Samstag schaue ich natürlich das Qualifying. Am Rennsonntag gebe ich mir die volle Vorberichterstattung und sehe mir alle Interviews und Expertenmeinungen an. Ich freue mich dann schon immer richtig auf den Start und hoffe, dass es ein spannender Grand Prix wird. Und dann gebe ich mir das Rennen bis zum Schluss.

Wie wirst du den diesjährigen Formel 1 Auftakt am Red Bull Ring mitverfolgen?

Den heurigen WM-Auftakt werde ich vorm Fernseher mitverfolgen, wie alle Fans. Ich werde am Sonntag mein Schnitzel essen und dann den Fernseher anmachen und den Österreich Grand Prix sozusagen ganz traditionell verbringen. (*Lacht)
Ich hatte ja das große Privileg, dass ich mit Drum the Bull bereits „Rennluft“ am Red Bull Ring schnuppern durfte und ich den Motorsport ganz pur genießen konnte. Intensiver und näher als je zuvor.

Was fasziniert dich persönlich am Motorsport? Gibt es für dich verbindende Elemente zwischen dem professionellen Rennsport und deiner Musik?

Mich fasziniert die Geschwindigkeit, die Leidenschaft, die Fahrer selbst. Ich beobachte, wie diese im Flow sind und top Rundenzeiten absolvieren und merke dann, die sind voll in dem Groove, wie wir Schlagzeuger sagen würden. Diese Fahrer sind komplett im Tunnel. Das verbindet uns, denke ich. Wir Musiker erleben auf der Bühne, wenn wirklich alles perfekt läuft, einen ähnlichen Flowzustand. Dann passiert alles nur noch, man hat diesen Automatismus und alles geht ganz leicht von der Hand. Wenn ich Formel 1 Fahrern oft zuhöre, dann erklären sie das ganz ähnlich. Dass sie sagen, sie seien bei den Rennen voll auf der Welle und nehmen in dem Sinne nichts mehr war, außer sich selbst, das Auto, das Lenkrad, die Strecke und die Geschwindigkeit. Das ist das Faszinosum für mich. Natürlich sind da noch die Technik und der Sound, die für mich als Musiker extrem wichtig sind. Ich kann zum Beispiel den Unterschied der Motorenfabrikate auch rhythmisch hören. Ich höre den Unterschied zwischen einem Honda Motor, Renault Motor oder einem Ferrari Motor bzw. Mercedes Motor. Das alles macht mir einfach Spaß und fasziniert mich.

Du trittst für gewöhnlich in großen Konzerthäusern auf der ganzen Welt auf, nun ist der Red Bull Ring Bühne deines Perkussion-Ensembles, erzähl uns bitte mehr….

Mich hat die Akustik auf der Rennstrecke gepackt. Der Red Bull Ring ist keine ebene Strecke, wie zum Beispiel ein Wüsten Grand Prix. Hier geht’s bergauf, bergab und das bedeutet, dass eine Akustik entsteht. Der Sound der Motoren wird reflektiert. Und wenn man auf der Bullen Skulptur steht, auf knapp 15 Meter Höhe und die ganzen akustischen Reflexionen hört, das ist wirklich einzigartig. Für mich ist der Bulle das speziellste Schlaginstrument, das es gibt. Wenn man auf die Silhouette des Bullen einen Trommelschlag macht, dann entsteht eine Akustik, wie in einem Konzertsaal. Eindringlich, wie ein Blitzeinschlag. Wie ich dann vor Ort war, wusste ich, Drum the Bull soll die Region, die Rennstrecke und die Fahrzeuge und diesen monumentalen Bullen, der auch fantastisch klingt, in Szene setzen. Daraus wurde dann ein Werk, dass in dem Sinne, denke ich, wirklich einzigartig ist. Ein Werk, das die Welt so noch nicht gesehen hat.

Drum the Bull ist sozusagen der Startschuss des historischen Formel 1 Auftakts in Österreich. Was bedeutet es für dich, nun selbst Teil dieser Motorsport Premiere zu sein?

Es ist für mich eine große Ehre und ich hoffe, dass Drum the Bull dann hoffentlich viele Motorsport Fans begeistert, sowie Österreich in einer neuen Art und Weise vor dem Grand Prix zeigt. Drum the Bull erklärt uns Österreicher in knapp 8 Minuten. Wenn jemand zum Beispiel in Amerika dieses Video sieht, und wissen möchte, wie wir Österreicher ticken, dann sind diese 8 Minuten ausreichend, um zu erzählen, wofür Österreich steht. Es ist eine Mischung aus Tradition, Moderne, Technologie und einer gewissen Verrücktheit. Dazu kommt die Liebe zur Musik sowie Kunst und Kultur. Ich glaube, so sind wir gestrickt. Drum the Bull erzählt von Brauchtum, Drama und Theater. Das Video zeigt Sängerinnen und Sänger in ihrer ganz traditionellen Tracht, wie sie diese hier im Murtal tragen und gleichzeitig zeigt es Hochtechnologie und klassische Musik, für die Österreich ohnehin weltbekannt ist. Und natürlich diese wunderschöne Landschaft, eine Kulisse, die diese Rennstrecke in einem anderen Licht erstrahlen lässt. Das alles zu vereinen, das ist das Besondere und macht mir eine unglaubliche Freude. Dass ich dieses Projekt konzipieren durfte und mir die Möglichkeit gegeben wurde, das so zu machen, ist für mich natürlich einmalig.

Klingt spannend, aber auch nach einer Herausforderung, oder?

Als die Anfrage kam, hätte man eigentlich sagen müssen: “Das ist ein großartiges Projekt, aber realistischer Weise in der Kürze nicht zu stemmen.“ Das wäre die rationale Antwort gewesen. Die irrationale Antwort war zu sagen: „Super Idee, aber wir machen es noch viel größer!“ Ich habe tatsächlich ganz wenig geschlafen in den letzten Wochen. Wir haben eigentlich Tag und Nacht daran gearbeitet. Man muss sich vorstellen, es war ja eigentlich für das Projekt nichts da. Wir haben zuerst die Partitur erstellt, dann geprobt und eingespielt, mit der Regisseur-Legende Fritz Melchert gemeinsam am Drehbuch gearbeitet, damit wir dann auch wirklich genau wussten, wann muss welcher Rennfahrer was machen und wo muss er sein. Dann mussten natürlich die Kameraeinstellungen erst gefunden und erarbeitet werden und schließlich hofften wir auf Wetterglück. Es haben in den verschiedensten Bereichen so viele fantastische Leute mitgearbeitet, die alle ihr Bestes gegeben haben. Das alles kulminiert in diesen acht Minuten, die einzigartig sind. Da sage ich jetzt mal ganz eitel: „Ich habe mir vieles angesehen, aber das was Fritz Melchert hier am Red Bull Ring kreiert hat, das ist anders, als alles andere.“

Erzähle uns bitte von den Drehtagen für Drum the Bull!

Wir Musiker sind es gewöhnt, dass wir in einem Konzertsaal spielen. Wir haben eine Bühne und alles ist auf ein Konzert ausgerichtet. Hier war es anders. Wir hatten ein Sicherheitsteam dabei, das uns auf dem Bullen gesichert hat. Dann war es natürlich auch so, dass dies eine Umgebung ist, die für unsere Instrumente nicht geschaffen ist. Wir hatten immer auch das Problem mit dem Wetter, zeitweise hat es geregnet. Dann sind wir im Regen gestanden, die Instrumente waren nass. Es war quasi alles hinüber und wir waren kurz davor, abzubrechen und zu sagen: „Okey, das wird nix.“ Trotz allem haben wir durchgefightet, es war ein unglaublicher Kampfgeist im gesamten Team vorhanden, einfach bei allen, die daran beteiligt waren. Ich werde das nie vergessen. Das ist in jeder Hinsicht, ein wilder Ritt gewesen.

Gab es Zweifel?

Ehrlicherweise waren wir uns bis Montagfrüh (Anm.29. Juni 2020) nicht sicher, ob es tatsächlich was wird. Weil auch in der Postproduction gab es noch unglaublich viele Dinge zu klären. Das war ein Projekt wo wir durchgehend alle unglaublich schnell arbeiten mussten und es unglaublich viele Unwägbarkeiten gab. Es gab viele offene Fragen: Funktioniert der Soundtrack? Was passiert, wenn das Ding einfach nicht klingt? Was tun wir, wenn die Musik einfach nicht gut ist? Dann kommt natürlich noch das Wetter ins Spiel. Wir wussten überhaupt nicht, ob wir tatsächlich so viele Drehstunden bekommen, damit wir alle Aufnahmen machen können. Können die Rennautos starten? Können die Flugzeuge fliegen? Haben wir genug Bilder, um acht Minuten zu schneiden? Haben wir genug Zeit für den Schnitt? Haben wir genug Möglichkeiten den Ton zu mischen? Also offene Fragen begleiteten uns immer.

Dein persönlicher Adrenalin-Moment?

Wir sind da oben am Bullen gestanden und die Flying Bulls sind direkt auf uns zugeflogen. Ich habe dem Piloten vom Bullen aus ins Gesicht schauen können, als er auf uns zugehalten hat. So etwas erlebt man ja ganz ehrlich – nie .Normalerweise schaut man in den Himmel und sieht ein Flugzeug von unten. Das ist ein Erlebnis, das vergesse ich nie.

Habt ihr deine Vision erreicht?

Wir sind zum Schluss viele Tage im Studio gesessen und freuen uns jetzt das Ergebnis präsentieren zu können. Und wenn die Fans das Werk sehen und dann noch sagen: “Wow, das ist wirklich cool geworden!“, dann glaube ich, haben wir tatsächlich unser Ziel erreicht. Dies war schließlich ein Projekt, das unter normalen Umständen mindestens ein Jahr Vorbereitungszeit gebraucht hätte.  Wir hatten jedoch nur dreieinhalb Wochen Zeit, um eine Partitur zu schreiben, im Konzerthaus die Aufnahmen zu machen, die besten Musiker an den Start zu holen und dazu noch großartige Rennfahrer, wie Matthias Walkner und Patrick Friesacher mit dabei zu haben. Außerdem waren auch die Flying Bulls, ein Red Bull Air Race Pilot sowie Cameron Carpenter, der zurzeit beste Organist der Welt, mit am Start. Das alles wurde in dreieinhalb Wochen organisiert, aufgenommen, eingespielt und in der Postproduktion fertiggestellt. Also ich denke, es ist ein ziemlich einzigartiges Ding, das wir da abgeliefert haben.

Ich bin natürlich gespannt, wie die Leute reagieren. Ich hoffe natürlich, dass er den Leuten genauso gefällt, wie mir. Es ist irgendwie wie ein Rausch der Sinne. In den acht Minuten passiert derartig viel, dass man es sich vielleicht ein zweites und ein drittes Mal anschauen muss, um wirklich auch in die Details einzusteigen. Um zu begreifen, was da tatsächlich alles passiert. Im ersten Moment überfahren einen die acht Minuten einfach. Aber genau das finde ich auch so fantastisch. Wer das Musikvideo zum ersten Mal sieht, wird von diesem Sinnesrausch tatsächlich überrollt. Aber umso besser, am besten einfach ein zweites und ein drittes Mal anschauen!

Zum Abschluss….

Möchte ich DANKE sagen. Es stehen so viele dahinter, die alle super gearbeitet und volles Risiko genommen haben, um dieses einzigartige Projekt vor dem historischen Formel 1 Auftakt in Österreich fertigzustellen.

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