Bradley Smith über MotoE: eine junge Serie mit viel Potential

Die Krone E-Mobility Play Days am 28. und 29. September sind das umfangreichste Branchentreffen Österreichs. Die Gäste können am Red Bull Ring nicht nur sämtliche Innovationen bestaunen, sondern auch selbst testen und Showruns der FormelE, MotoE oder Drohnen-Wettkämpfe erleben. Vorab haben wir mit MotoGP- und MotoE-Rider Bradley Smith gesprochen – über Spaß und Notwendigkeit einer noch relativ neuen Rennserie.

Worin siehst du das größte Potential in der E-Mobilität?

Wahrscheinlich im Verkehr und im Transportwesen. Speziell im urbanen Raum wird Lärm immer mehr zum Problem. Und die Umweltbelastung durch Abgase. Jetzt kann man natürlich sagen, dass die Herstellung und Entsorgung der Batterien ebenfalls umweltschädigend sind und das stimmt auch. Momentan hat noch keiner die perfekte Lösung, aber es gibt Fortschritte. Das ist noch ein schwieriges Thema.

Hat Bradley Smith auch privat Berührungspunkte mit E-Mobility?

Tatsächlich gibt es in dem kleinen Dorf in dem ich lebe einen E-Bus. Mit dem fahr ich öfter. Und wenn nicht – ich hab zwei gesunde Beine und ein Rad.

Du bist im Motorsport in beiden Welten daheim – in der MotoGP ebenso, wie in der MotoE. Wie stehst du zu den Rennserien?

Der Punkt ist, dass es Motorsport, wie wir ihn jetzt kennen, wahrscheinlich irgendwann nicht mehr geben kann. Es gibt einen Klimawandel und unsere Ressourcen sind enden wollend. Das sind Fakten, die wir akzeptieren müssen. Ja, es gibt noch keine ultimative Lösung, aber darum ist es umso wichtiger, danach zu suchen und zu forschen.

Aber Hand aufs Herz: Macht die MotoE einem Fahrer genauso viel Spaß wie die MotoGP?

Im Grunde ist es für den Fahrer ähnlich. Auch wenn der Sound fehlt und die Bikes wegen der Batterie schwerer sind. Aber es macht großen Spaß damit zu fahren. Es ist eine junge Serie mit viel Potential. Hier wird auch richtig viel investiert und das nicht ohne Grund.

Stichwort Sound: Wie ist es, wenn sich die Konkurrenz leise anschleicht?

Den Sound hört man auf einem MotoGP-Bike auch nicht, weil man selbst so laut ist. Außer man fährt nur 80 oder 100 km/h. Es ist viel mehr so, dass man es fühlt, wenn sich jemand von hinten nähert. Das ist, wie wenn man angestarrt wird, das fühlt man meistens auch.

Was ist der Unterschied für die Zuschauer?

Kompakte Action in 6 bis 8 Runden und ohne Lärm. Und ganz ehrlich: Braucht man den wirklich? Die meisten Leute verfolgen die Rennen via Fernsehen. Und wie viel hört man da von den Motoren?!

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