Interview Max Kofler - „Freue mich riesig darauf!“

Nach seinem schweren Sturz beim Großen Preis von Italien Ende Mai gibt Lokalheld Max Kofler beim Michelin Grand Prix der Steiermark vom 6. bis 8. August 2021 am Red Bull Ring sein Comeback ausgerechnet beim Heimrennen. Wir haben mit dem 20 Jahre alten Oberösterreicher gesprochen.

Die Moto3 gehört traditionell zu den am härtesten umkämpften Klassen im Rahmen der MotoGP. In der kleinsten Kategorie wird mit 250-ccm-Einzylinder-Bikes von KTM und Honda gefahren. Die jungen Piloten schenken sich am Weg in die höheren Klassen keinen Millimeter. Wer in die Königsklasse aufsteigen will, muss sich in der Moto3 beweisen. Der Druck ist enorm, Windschattenschlachten und Rad-an-Rad-Duelle gehören zum täglichen Brot der Fahrer. Nicht selten liegen zehn Piloten oder mehr innerhalb einer einzigen (!) Sekunde. Für Zuschauer ist die kleinste Klasse punkto Action oft der größte Leckerbissen.

Mitten im 32 Mann großen Pulk ist der einzige Österreicher im Feld: Max Kofler aus Attnang-Puchheim fährt seine zweite WM-Saison und hat beim Saisonstart in Qatar seine ersten WM-Punkte geholt. Nach einer verletzungsbedingten Pause gibt unser Mann mit der Startnummer 73 und dem charakteristischen rot-weißen Helm am Red Bull Ring wieder Vollgas.

Wichtigste Frage: Wie geht es dir nach deinem schweren Sturz in Mugello gesundheitlich?

Mit geht es inzwischen wieder richtig gut. Im Olympiazentrum Linz, wo ich auf Reha war, haben sie einen wirklich tollen Job gemacht. Vielen Dank dafür!

Welche Verletzungen hattest du genau?

Bei vier Brustwirbeln sind oben und unten die Deckplatten eingebrochen, bei dreien habe ich eine Höhenminderung. Aber inzwischen ist alles gut verheilt.

Was konntest du in den letzten Wochen trainieren?

Ich habe an meiner Grund-Fitness gearbeitet und versucht, meine Wirbel möglichst zu entlasten, indem ich rundum Muskeln aufbaue.

Hast du den Sturz mittlerweile analysiert?

Angeschaut habe ich ihn mir, aber warum ich geflogen bin weiß ich bis heute nicht. Ich bin genauso in die Kurve gefahren wie jede Runde zuvor. Ist aber sowieso egal: Ändert ja nichts am Ergebnis, wenn ich weiß, warum ich gekugelt bin.

Woran denkst du als erstes, wenn du an dein Comeback am Red Bull Ring denkst?

An volle Tribünen, zum ersten Mal nach so langer Zeit. Heimrennen. Party. Ich freue mich riesig drauf.

Liegt dir die Strecke?

Würde ich schon sagen, ja. Hart bremsen, hart beschleunigen, das mag ich. Der Red Bull Ring war eigentlich immer eine meiner Lieblingsstrecken. Er hat es in sich, auch weil er nur zehn Kurven hat. Da muss jede Runde perfekt sein, gerade in der Moto3 mit unseren Windschattenschlachten. Wenn du abreißen lässt, schaffst du den Anschluss nur schwer wieder.

Welche sportlichen Ziele setzt du dir für die beiden Rennen am Red Bull Ring?

Beim GP der Steiermark am ersten Wochenende möchte ich wieder ins Rennfahren reinkommen. Immerhin bin ich zwei Monate lang nicht auf dem Moto3-Motorrad gesessen. Je nachdem wie es mir am ersten Wochenende geht, werde ich meine Ziele für den GP von Österreich am zweiten Wochenende stecken.

Wie eng ist eigentlich dein Kontakt zum Teamkollegen Kaito Toba bei CIP-Greenpower?

Wir verstehen uns gut. Als er in meiner Verletzungspause am Sachsenring aufs Podest gefahren ist, war ich live vor Ort. Auch zwischen den Rennen haben wir immer wieder Kontakt.

Eine Frage, die man 2021 jedem Moto3-Fahrer einfach stellen muss: Was macht Serien-Dominator Pedro Acosta anders als ihr?

Keine Ahnung. Das versteht keiner. Es ist unglaublich so was sagen zu müssen, aber er „verascht“ uns nach Strich und Faden. Wir stehen alle vor einem Rätsel, wie er zaubert. Das Positive: Moto3 steht durch seine Wahnsinnsfahrten plötzlich mehr im Rampenlicht.

Wird ein Fanclub von dir an den Red Bull Ring reisen?

Kein Fanclub, aber viele Fans und Bekannte, die mir die Daumen drücken werden.

Zu guter Letzt: Sagt man jetzt eigentlich Max oder Maximilian Kofler?

Mir ist beides recht. Nur „Maxi“ muss nicht sein.

Wer Max Kofler und alle anderen Topathleten live am Red Bull Ring sehen möchte – hat noch die Möglichkeit sich Tickets für den MICHELIN® GRAND PRIX OF STYRIA 2021 online zu sichern oder vor Ort an den Tageskassen.

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