24. Juni 2016

Comeback der BMW M1 Procars bei der Legends Parade

Von 01. bis 03. Juli steigt in der Steiermark das „Motorsport-Festival zum Anfassen“ und es macht seinem Namen alle Ehre, denn: Auch bei der dritten Auflage des „Formula 1 Großer Preis von Österreich“ am Red Bull Ring wird die Legends Parade zum emotionalen Highlight im Rahmenprogramm! Wenn internationale Rennsport-Idole mit den Boliden ihrer Zeit Gas geben, werden bei zigtausenden Motorsport-Fans viele Erinnerungen wach.

Racing hört niemals auf

Die dritte Auflage der Legends Parade am Red Bull Ring verspricht besonders spektakulär zu werden, denn die Fahrer schenken einander nichts. Niki Lauda ist zum dritten Mal dabei und spart nicht mit Kampfansagen: „Diese Rennen sind eine Hetz. Da macht es ,klick!’, und alles ist wie früher. Wenn mich der Berger überholt, werd ich versuchen, ihn zurück zu überholen, logisch. Ich stell mich heute noch nicht gern hinten an.“

(c) Philip Platzer Red Bull Content Pool

Gerhard Berger hat sich auch schon am Red Bull Ring auf die Legens Parade vorbereitet und zusammen mit Dieter Quester einige Runden im BMW Procar - von dem nur 54 Stück gebaut wurden - gedreht. „Es ist die Summe an Emotionen, die mich an alten Autos im Allgemeinen und dem BMW Procar im Besonderen begeistert. Der Geruch. Der Klang. Der berühmte Reihensechszylinder im Heck: Du kriegst den Sound dein Leben nicht mehr aus dem Ohr, und wenn du vom Gas gehst, schießt er Flammen aus dem Auspuff“, sprudelt die Vorfreude aus dem Tiroler heraus.

(c) Philip Platzer Red Bull Content Pool

Viele Legenden und der jüngste Sieger aller Zeiten

Neben Lauda, Berger und Quester vertritt heuer Sepp Manhalter die österreichische Rennfahrer-Ehre. Außerdem rufen am ersten Juli-Wochenende Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, Jochen Mass, Leopold Prinz von Bayern, Christian Danner, Harald Grohs (alle GER), Marc Surer, Markus Hotz (beide CH), Jan Lammers (NED) oder Johnny Cecotto (VEN) Motorsport-Geschichte in Erinnerung – und Jos Verstappen, Vater des Red Bull Racing Stars Max Verstappen! Und der jüngste Formel-1-Sieger aller Zeiten wird selbst mit dabei sein. Am Beifahrersitz heizt der Red Bull Racing Star mit seinem Vater im BMW M1 Procar über den Red Bull Ring, bevor er am 3. Juli beim „Formula 1 Großer Preis von Österreich 2016“, dem Heimrennen seines Teams, im RB12 um WM-Punkte kämpft.

Die spannende Geschichte der Procars

Zwei Jahre lang, 1979 und 1980, bereicherte die BMW Procar Serie die europäischen Formel-1-Wochenenden. Die jeweils fünf trainingsschnellsten Formel-1-Piloten lieferten sich dabei mit Tourenwagen-Spezialisten unvergessliche Rennen auf einem Drittel der jeweiligen Grand-Prix-Distanz. Technische Basis für die Procar-Serie war die Weiterentwicklung des Supercars BMW M1 zur Rennversion. Der Reihen-Sechszylindermotor mit 3,5 Litern Hubraum und vier Ventilen pro Zylinder leistete 470 PS und sorgte wegen des Gewichts von 1.020 Kilogramm und der aerodynamisch optimierten Höhe von nur 110 Zentimetern für eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Chancengleichheit und knappe Rennverläufe waren das Ergebnis des Drehzahllimits von 8.500 Umdrehungen pro Minute und Feinheiten in der Abstimmung, die sich auf Fahrwerk und Spoiler beschränkten.

Im hochkarätigen Teilnehmerfeld waren während des nur zweijährigen Bestehens der Serie mit Niki Lauda, Nelson Piquet, Emerson Fittipaldi, Alan Jones, Alain Prost und Mario Andretti insgesamt sechs Weltmeister am Start. 1979 holte sich Niki Lauda den Titel – gerade rechtzeitig, bevor er zum ersten Mal zurücktrat und ihm Hans-Joachim Stuck den Titel noch hätte wegschnappen können. 1980 dominierte Nelson Piquet, auf Platz 2 landete Weltmeister Alan Jones, Hans-Joachim Stuck stand als Dritter abermals am Podest. Zu Beginn der Saison 1980 verkündete BMW, als Motorenlieferant in die Formel 1 einsteigen zu wollen. Sämtliche Kapazitäten in der Motorsport-Abteilung wurden deshalb auf dieses Mammut-Projekt fokussiert, mit Erfolg: Bereits 1983 feierte Nelson Piquet im Brabham-BMW den ersten Turbo-Weltmeister-Titel der Geschichte. Mit Ende der Saison 1980 wurde die Procar-Serie eingestellt.

Legends Parade 2016 – die Piloten

Niki Lauda
Der dreifache Formel-1-Weltmeister und heutige Mercedes-Rennchef war 1979 erster Gesamtsieger der BMW Procar-Serie mit Siegen in Monaco, Silverstone und am Hockenheimring. Eine Titelverteidigung 1980 verhinderte sein erster Rücktritt vom Rennsport.

Gerhard Berger
Der 210-fache Grand-Prix-Starter war zu Beginn seiner Karriere mit BMW in der Tourenwagen-EM unterwegs (M635 CSi). Auch seine ersten drei F1-Teams wurden von BMW-Motoren befeuert: ATS, Arrows und Benetton.

Jos Verstappen
Der Vater des jüngsten GP-Siegers der Geschichte holte in 107 Grand-Prix-Rennen zwei Podestplatzierungen und schaffte bei zwei Le-Mans-Starts einen Klassensieg. Als die BMW Procar-Serie ausgerufen wurde, war er erst sieben Jahre alt.

Dieter Quester
Der heute 77-jährige Wiener fuhr lange Strecken seiner Karriere auf BMW, vom 2002 ti über die Formel 2 bis zur DTM im M3 bis zu 24-Stunden-Rennen im Z4 Coupé. In historischen Rennen schwört er bis heute auf BMW.

Prinz Leopold von Bayern
Das legendäre Procar im Design der „Münchner Wirte“ passte perfekt zum bayerischen Prinzen. Er fuhr es übrigens nicht in der Procar-Serie, sondern gemeinsam mit Christian Danner und Peter Oberndorfer 1981 im 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Hans-Joachim Stuck
Der 74-fache GP-Starter lieferte Niki Lauda 1979 mit seinen Siegen in Zandvoort und Monza ein spannendes Duell um den Gesamtsieg. Seine beiden Siege in Monaco und am Norisring 1980 machen ihn hinter Nelson Piquet zu jenem Procar-Piloten mit den meisten Einzelsiegen.

Christian Danner
Der beliebte TV-Kommentator war nicht nur in der Formel 1 aktiv, er war auch der erste Deutsche, der obendrein in der Indy- Car-Serie punktete. Unvergessen seine Schlachten in der DTM auf Alfa 155 und – natürlich – BMW M3.

Marc Surer
Der Schweizer fuhr zwischen 1979 und 1986 88 Große Preise und belegte in der Saison 1980 in der Procar-Serie Platz 8, ex aequo mit Jacques Laffite. Surers damaliges Procar-Team kennen wir heute übrigens aus der Formel 1: Sauber.

Jochen Mass
105 Grand-Prix-Starts, ein Sieg (Barcelona 1975) ein Gesamtsieg in Le Mans 1989, ein Start im Procar (Hockenheim 1979) da gleich vier Punkte geholt: 2016 steigt der gelernte Seemann aus Bayern zum zweiten Mal ein.

Johnny Cecotto
Einer von zwei Menschen, die sowohl auf zwei als auch auf vier Rädern Weltmeister wurden. Auf BMW E30 M3 wurde der Venezolaner zur blauweißen Legende. Ihm zu Ehren wurde ein eigenes auf 505 Stück limitiertes Sondermodell aufgelegt.

Jan Lammers
Der Niederländer war 1980 Teamkollege von Marc Surer bei ATS und gewann 1988 die 24 Stunden von Le Mans in einem Jaguar. Im Procar ist er mit Rang 4 in der Gesamtwertung von 1980 der erfolgreichste Niederländer der Geschichte.

Markus Hotz
Der Schweizer, der mit seinem Team Horag Racing vor allem für seine selbst konstruierten und eingesetzten Rennautos bekannt ist, war 1979 einer jener handverlesenen Privatiers, die sich mit den Formel-1-Größen maßen. Am Red Bull Ring ist er zurück in einem BMW Procar.

Sepp Manhalter
Der mehrfache österreichische Tourenwagen-Staatsmeister in den 1970er und 1980er-Jahren war stets BMW-Mann und fürchtete in der Procar-Serie als Privatmann die Stars nicht. Highlight: Platz 7 in Zolder 1979.

Harald Grohs
Der heute 72-Jährige war einst BMW-Junior und ist bis heute auf BMW im Motorsport aktiv. Mit einem BMW M1 trat der Tourenwagen-
Spezialist 1985 beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans an, fiel dort aber nach 32 Runden aus.

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