09. Juli 2018

Le Mans-Finisher Philipp Eng im Langstrecken-Talk

„Ein guter Fahrer muss ein Chamäleon sein“

Von 20. bis 22. Juli gastiert die European Le Mans Series ELMS am Red Bull Ring. Vor dem Start haben wir den österreichischen Le Mans-Finisher Philipp Eng zum Interview gebeten: Was ist die Faszination von Langstrecken-Rennen? Wie bereitet sich ein Pilot darauf vor? Und was ist das Geheimnis eines erfolgreichen Rennfahrers? Alle Antworten gibt es hier.

Übrigens: Von 21. bis 23. September wird Philipp Eng mit einem BMW M4 am Spielberg selbst am Start sein – beim 9. und somit vorletzten Rennen der DTM-Saison.

Hallo Philipp, du hast in diesem Jahr beim Langstrecken-Klassiker in Le Mans mit dem BMW M8 GTE Platz 12 erreicht. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?
BMW war zum ersten Mal seit 2010 wieder am Start und wir haben gesehen, dass viel Potenzial in diesem Auto steckt. Wir sind in der Nacht auf Platz 3 gelegen, dann hat uns ein Problem mit den Dämpfern fast 8 Runden gekostet – das war nicht mehr aufzuholen. Wir wissen jetzt, dass der Speed passt, die Zuverlässigkeit wird noch kommen.

Wie bereitest du dich auf ein Langstreckenrennen vor?
Ich achte noch bewusster auf meine Ernährung, esse nicht zu schwer und vermeide wo möglich Kohlenhydrate, weil sie mich müde machen. Ich mag zum Beispiel gerne Hühnerfleisch mit Wildreis. Außerdem ändere ich meinen Schlaf-Rhythmus. 4 bis 5 Tage vor dem Rennen versuche ich, ein bisschen später schlafen zu gehen und ein bisschen länger zu schlafen.

Wie funktioniert das eigentlich mit dem Schlafen beim Rennen – geht das?
Es ist sogar ganz wichtig, dass man während der 24 Stunden schläft. Das ist nicht einfach, sich trotz Adrenalin zu beruhigen und den Körper runterzufahren. Ich habe sehr viel daran gearbeitet, unter anderem mit Atemtechniken und schaffe jetzt 1 bis 2 Stunden Tiefschlaf. 45 Minuten vor dem nächsten Renneinsatz lasse ich mich wecken, esse eine Kleinigkeit und trinke einen Espresso – das ist eine Gewohnheit nach jedem Aufstehen.

Stellst du beim Vorbereitungs-Training auch etwas um?
Nein, das bleibt gleich wie bei der Vorbereitung auf ein DTM-Rennen. Meine zweite Sportart ist das Rennradfahren, damit verbringe ich sehr viel Zeit, weil es mir Spaß macht. Eine klassische Tour geht über 80 Kilometer mit bis zu 1.200 Höhenmeter. In einer guten Woche fahre ich sicher 350 Kilometer.

Was ist für dich als Fahrer der Reiz an Langstreckenrennen?
Es gibt in der WEC viele verschiedene Klassen und extreme Unterschiede bei den Autos. Wenn ein Bolide aus den Klassen LMP1 oder LMP2 vorbeizieht, ist das schon sehr beeindruckend. Man muss ein Auge immer im Rückspiegel haben und voll konzentriert bleiben, damit man nichts und niemanden übersieht. Außerdem muss man sich die Reifen über 2 Stunden klug einteilen, denn Vollgas von der ersten bis zur letzten Runde geht vom Material her nicht.

Was ist der Unterschied zwischen dir im DTM-Cockpit und dir im WEC-Cockpit?
Ein guter Rennfahrer muss ein Chamäleon sein, der sich auf verschiedene Autos und Situationen schnell einstellen kann. Es gibt zwischen den Rennklassen massive Unterschiede, weil immer ein anderer Fahrstil notwendig ist, zum Beispiel beim Bremsen oder Lenken. Ein Rennfahrer baut sich über Jahre einen Erfahrungsschatz auf, den er in der richtigen Sekunde abrufen kann – das ist das Geheimnis des Erfolgs.

In der DTM bist du Einzelkämpfer, auf der Langstrecke fährst du im Team. Wie schwer ist das Umdenken?
Das ist ganz einfach für mich: Ein Langstrecken-Rennen kann man nur als Team gewinnen – oder verlieren. Natürlich ist es nicht so schön, wenn der Kollege einen Fehler macht, aber das ist kein Grund für große Vorwürfe, denn das kann mir auch passieren. Ein Langstrecken-Team funktioniert nur auf Basis von großem Vertrauen zwischen den Fahrern.

Kannst du deine Fahrerkollegen frei wählen oder wird das vom Team bestimmt?
Die Auswahl trifft das Team, denn da sind viele Kriterien ausschlaggebend – zum Beispiel die Körpergröße oder Fahrstil. Es gibt ja nur 1 Setup für drei Fahrer.

Von 21. bis 23. September fährst du wieder in Österreich – beim DTM-Rennen am Red Bull Ring. Was ist da für dich möglich?
Ich fahre extrem gerne am Red Bull Ring. Für mich ist es eine der schönsten Rennstrecken mit einem Layout, das Spaß macht – lange Geraden, langsame Spitzkehren und schnelle Kurven. Spätesten am Spielberg will ich meinen ersten Sieg in der DTM feiern.

  •  
  • #projektspielberg #redbullring #austriangp
Earwear
Earwear
My World
Jaguar - Land Rover
OMV
Pewag
Pirelli
Rauch
Red Bull Mobile
Remus
Steiermark
Tag Heuer
voestalpine

Newsletter

Bitte füllen Sie die Felder unterhalb aus, um sich für unseren Newsletter anzumelden.

Vielen Dank. Sie erhalten in Kürze eine E-Mail, um Ihre Anmeldung zu bestätigen.
Ich abonniere den Projekt Spielberg Newsletter und möchte regelmäßig über Neuigkeiten, Angebote und Events von Projekt Spielberg informiert werden. Sollte ich meine Meinung ändern, kann ich mich jederzeit unter office@projekt-spielberg.com wieder abmelden. Ich stimme der Nutzung meiner persönlichen Daten gemäß Datenschutzrichtlinien zu.
 

Bitte klicken Sie auf 'Ich bin kein Roboter' um das Captcha zu lösen.