27. September 2019

Markus Kreisel: „Spätestens 2050 gibt es keine Verbrennungsmotoren mehr“

Das oberösterreichische Unternehmen Kreisel Electric feiert mit seiner Batterie-Technologie weltweite Erfolge und sorgt dafür, dass die Ladezeiten fallen und die Reichweiten steigen. Bei den Krone E-Mobility Play Days war Gründer und Eigentümer Markus Kreisel auf der „The Red Bulletin Innovator Keynote Stage“ zu sehen. Wir haben ihn zum Interview gebeten:

Mit welchem Auto sind Sie privat unterwegs?

Ich fahre mit einem modifizierten E-Golf, wo natürlich eine Kreisel-Batterie drinnen ist.

Das erste Garagen-Projekt im Hause Kreisel war der Umbau eines Audi A2. Gibt es den noch?

Ja klar, mein Bruder Philipp fährt jeden Tag mit dem Auto... von zu Hause 5 Kilometer in die Firma und wieder zurück. Für das ist er noch immer perfekt. Motor und Antriebsstrang sind unverändert, die Batterie haben wir im Laufe der Jahre aber modifiziert.

Als Besitzer eines E-Autos seid ihr in Österreich eine klare Minderheit. Derzeit sind nur rund 0,5 % aller Pkw elektrisch. Fast jeder findet „E“ super, aber nur wenige kaufen es. Warum ist das so?

Das hat einige Gründe, zum Beispiel die Verfügbarkeit. Im Moment gibt es bei Elektro-Autos Wartezeiten von bis zu acht Monaten. Außerdem fehlt noch der Gebrauchtwagensektor. Und natürlich spielen auch die Preise eine Rolle. Aber ganz entscheidend ist, meiner Meinung nach, die fehlende, flächendeckende Infrastruktur. Die Menschen müssen sich noch Sorgen machen, ob sie eine Ladestation finden. Wenn man sich da nicht sicher ist, verzichtet man lieber auf die E-Mobilität.

Zur fehlenden Infrastruktur kommen dann noch die vermeintlichen Schwächen wie zum Beispiel die Ladedauer...

Das Schnellladen ist auch eine Frage der Infrastruktur. Mit einer 150 kW-Ladestation kann ich schon heute bei einem Audi in 17 Minuten, 40 Kilowattstunden laden. Das reicht locker für 200 Kilometer. Mit der Technologie von Kreisel können wir überhaupt in nur 6 Minuten 80% Kapazität laden. Da sind wir ganz stark.

Und wie berechtigt ist die Kritik an der fehlenden Reichweite?

Im Stadtverkehr spielt das ja keine Rolle. Da sehen wir ganz klare Vorteile beim batteriebetriebenen Individualverkehr. Bei der Langstrecke sind wir im Moment ein Verfechter von Hybrid-Lösungen, zum Beispiel ein Meilen-Hybrid. Das ist ein Verbrenner mit einer kleinen 48 Volt-Batterie. Alleine mit dieser Kombination lassen sich 20 Gramm CO2 einsparen.

Produzieren wir mit den Batterien im Moment tonnenweise Sondermüll?

Wichtig ist, dass man eine Batterie effizient aufbaut und keine Ressourcen verschwendet. Deshalb ist der modulare Aufbau unser Ansatz bei Kreisel. Wir können bis zu 98 % der Batterie recyceln. Das Investment für die Wiederverwertung ist heute noch relativ teuer, aber es ist bewiesen, dass es schon bald günstiger sein wird, Batterien zu recyceln als neue zu bauen.

Ist die Batterie wirklich die Zukunft oder nur eine Übergangslösung, weil andere Technologien kommen?

Bis zum Jahr 2050 ist die Elektrifizierung sicher das wichtigste Thema bei der Mobilität. Was wir jetzt noch brauchen sind neue Speicherlösungen. Die heutigen Speicher basieren auf Lithium-Ionen-Technologie, in Zukunft wird das Lithium-Air mit einer doppelten Energiedichte sein. Der Trend geht deutlich in diese Richtung, die Technologie ist aber frühestens 2030 massentauglich.

Bei dieser dynamischen Entwicklung auf dem Sektor der E-Mobilität stellt sich für den Konsumenten schon die Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt ein E-Auto zu kaufen? Was ist Ihr Ratschlag?

Sofort umsteigen, denn man spart sich ja vom ersten Tag an Geld. Meine Frau war seit zweieinhalb Jahren nicht mehr bei einer Tankstelle... Bei ganz kurzen Strecken ist ein Elektroauto allerdings nur bedingt rentabel. Die höheren Anschaffungskosten rechnen sich ja nur, wenn ich beim laufenden Betrieb genug einspare. Wer nicht viel fährt, kann auch nicht viel sparen. Aber das ist jetzt die rein wirtschaftliche Sicht.

Wie wichtig sind die Krone E-Mobility Play Days für die Bewusstseinsbildung?

Ganz wichtig, weil jeder sieht, dass schon viel passiert und dass es viele Möglichkeiten gibt. Die Konsumenten sehen hier am Red Bull Ring, dass alle großen Hersteller nur mehr in diese Technologie investieren und keiner mehr in den Verbrennungsmotor. Diese Technologie ist vorbei.

Dein persönliches Highlight am Red Bull Ring?

Der zweisitzige Flieger Pipistrel, weil da ist eine Batterie von Kreisel drinnen.

Zum Abschluss noch ein Blick in die Zukunft: Was lässt sich noch elektrifizieren oder sind die Pkw schon das Ende der Fahnenstange?

90 % des Volumens ist sicher Automotive, aber darüber hinaus kommen sicher auch noch die Themen wie Schiffe, Flugzeuge, Traktoren, Baumaschinen und natürlich Lkw. Kreisel Electric ist bei der Entwicklung überall mit dabei.

Wird es jemals eine Zeit geben ganz ohne Verbrennungsmotoren?

Ja, spätesten 2050.

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