09. Juni 2018

Max Hofer im Interview: „Ein Fahrer ist ein Gesamtpaket, das stimmen muss“

Am 14. April 2018 sorgt Max Hofer mit seinem Audi R8 LMS für eine Sensation: Gleich bei seinem ersten Rennen in den ADAC GT Masters feiert der Niederösterreicher seinen ersten Sieg. Seitdem fährt der 18jährige auf der Erfolgswelle. Vor dem Start am Red Bull Ring haben wir mit dem Führenden der Juniorwertung über seine mentale Stärke, eine konkrete Schwäche und das Ende seines Formel 1-Traums gesprochen.

Erstes Rennen, erster Sieg – hast du damit gerechnet?
Überhaupt nicht. Ich habe mich damit in Wirklichkeit selber überrascht. Ich habe zwar schon im Training gemerkt, dass ich mich extrem wohl fühle, aber dass es für den Sieg reicht, ist eigentlich unglaublich.

Du sagst immer, dein erstes Jahr in den ADAC GT Masters ist ein Lernjahr. Musst du dir als Renn-Sieger und Führender der Juniorwertung die Ziele vielleicht höher stecken?
Das mit dem Lernjahr ist jetzt tatsächlich etwas schwer zu argumentieren, aber ich versuche trotzdem mich so gut wie möglich auf die kommende Saison vorzubereiten. In diesem Jahr wollen wir die Juniorwertung gewinnen, das Gesamtklassement ergibt sich dann von alleine...

Du hast bei deinem ersten 24 Stunden-Rennen in Japan Platz 2 geholt. Wie wichtig ist dieser Erfolg für dich?
In der heutigen GT3-Welt ist Endurance-Erfahrung ganz wichtig. Mein Ziel ist es, in einem Werksauto bei den 24 Stunden von Spa oder Nürnberg mitzufahren. Um dafür ausgesucht zu werden, braucht man gute Ergebnisse.

Was macht dich derzeit eigentlich so stark, was ist dein Erfolgsgeheimnis?
Ich habe mich im Kopf sehr stark auf die Saison vorbereitet und ziehe meine Einstellung konsequent durch. Ich mache mir keinen Druck und deswegen läuft es so gut. Auf diese Freiheit im Kopf kommt es an, das ist in dieser Meisterschaft ein entscheidender Faktor.

Hast du dafür einen Trainer und bist du grundsätzlich mental sehr stark?
Das habe ich lernen müssen. Ich war früher im Kart-Sport sehr talentiert, hab mich aber oft selber geschlagen, weil mir der selbst auferlegte Druck zu groß war. Seit eineinhalb Jahren arbeite ich intensiv mit einem Mentaltrainer und das merkt man jetzt sehr deutlich.

Wie wichtig ist für einen Nachwuchsfahrer das technische Verständnis?
Es reicht schon lange nicht mehr, nur talentiert zu sein. Ich muss mich bei der Technik mit meinem Ingenieur wirklich austauschen und konkrete Ideen bringen, was man verbessern kann. Ein Fahrer ist heute ein Gesamtpaket, das stimmen muss.

Gibt es etwas bei dir als Fahrer etwas, das du gerne sofort ändern würdest?
Ich bin im Moment in einer Position, wo ich sagen kann: Es gibt nicht mehr viel Grobes zu verändern, sicher aber noch ein paar Feinheiten. Das sind Dinge, die fallen mir oft gar nicht mehr auf. Deshalb habe ich seit dieser Saison einen Betreuer, der genau das beobachtet und mit mir nach dem Rennwochenende bespricht – von der Vorbereitung auf die Sessions bis hin zum Auftreten in der Öffentlichkeit.

Du hast also keine konkrete Schwäche...
Vielleicht könnte der Ehrgeiz beim Training ein bisschen größer sein, aber auch das wird jeden Tag besser.

Du hast deinen Einstieg in die ACAC GT Masters als „nächsten Karriereschritt“ bezeichnet. Wie soll es danach weitergehen, was ist dein Karriereziel?
Ich will professioneller Werksfahrer werden. Wenn mir das in der GT3 gelingt, habe ich sicher ein Ziel erreicht. So wie es jetzt läuft, kann ich aber auch von der DTM träumen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest: Bei welchem Rennen willst du unbedingt mal am Start stehen?
Jetzt im Moment wäre es das 24 Stunden-Rennen am Nürburgring in einem GT3...

Das klingt eigentlich realistisch. Hast du keinen Traum?
Das 24 Stunden-Rennen am Nürburgring auf dem Podium zu beenden...

Die meisten Nachwuchsfahrer hätten jetzt wohl die Formel 1 erwähnt.
Ich habe früher sehr viel geträumt, auch von der Formel 1. Ich war mir fast sicher, dass ich es schaffe, weil mir so viele Menschen gesagt haben, dass ich das Zeug dafür habe. Aber mit meiner Größe ist das fast unmöglich. Es war eine schwere Zeit, als ich realisiert habe, dass dieser Traum nichts wird. Jetzt habe ich meine Zielsetzung komplett geändert und nur mehr realistische Träume. An die Formel 1 denke ich gar nicht mehr.

Was ist dein Ziel fürs Heimrennen?
In der Juniorwertung vorne mit dabei zu sein oder vielleicht sogar zu gewinnen, auf jeden Fall viele Punkte holen. Und bei den Audis möchte ich in die Top 3 fahren.

Was soll am Montag nach deinem Heimrennen über dich in den Zeitungen stehen?
Ich hoffe, nur Positives. Ich will nicht lesen: Hofer crasht...

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