ADAC GT Masters am Red Bull Ring: Das Österreicher-Paket im Interview

Geballte Power made in Austria am Spielberg: Klaus Bachler, Norbert Siedler, Chris Höher, Philipp Eng und Lucas Auer kämpfen Samstag und Sonntag um den Sieg. Die beiden Rennen des ADAC GT Masters werden hochkarätig, ein Besuch zahlt sich auf jeden Fall aus – sagen die heimischen Piloten im Rahmen eines Pressegesprächs.

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Klaus Bachler

Porsche 911 GT3 R // Schütz Motorsport

Du wohnst knapp 30 Kilometer vom Red Bull Ring entfernt – gibt es so etwas wie einen Heimvorteil?

"Grundsätzlich läuft für mich hier alles ab wie bei jedem anderen Rennen – es zählt ja nur, so schnell wie möglich um den Kurs fahren, und zwar egal auf welcher Rennstrecke. Dass ich nicht hunderte oder tausende Kilometer anreisen muss, sondern nur 30, macht die Sache aber schon deutlich entspannter. Deswegen freue ich mich auf dieses Rennen ganz besonders."

Was ist das Besondere am Red Bull Ring?

"Wie und was hier alles entstanden ist, ist wunderschön und lässt sich weltweit mit nichts vergleichen. Auf der Strecke selbst darf man sich keinen Fehler erlauben. Man muss seine Runde hier absolut auf den Punkt bringen. Ein Zehntel Unterschied spürt man deutlich in der Startaufstellung – wir reden von Top 3 oder Top 10. Spannend am Red Bull Ring ist, dass es hier ein paar Stellen gibt, wo man sich im Windschatten perfekt ansaugen und überholen kann. Ich bin überzeugt, dass es zwei spannende Rennen werden, weil es viele Zweikämpfe gibt."

Deine Ziele fürs kommende Renn-Wochenende?

"Die Konkurrenz ist sehr stark, das Niveau ist extrem hoch. Alles ist möglich, deshalb muss für einen Erfolg alles perfekt passen. Wenn ein Team die Balance nicht findet, kann es ganz schnell aus den Top 10 rausfallen."

Norbert Siedler

Lamborghini Huracán GT3 // HB Racing WDS Bau

Du warst 2011 erster Sieger am Red Bull Ring, seit damals wartet das Land auf den nächsten Heimsieg eines Österreichers – wie schaut es 2017 bei dir aus?

"Ich hoffe zumindest, dass einer aus dem starken Österreicher-Paket gewinnt. Bei meinem Team sieht es leider nicht ganz so gut aus, uns fehlen auf der Geraden ein paar km/h. Wenn wir die nicht finden, wird es eher schwierig."

Deine Bilanz der ersten beiden Rennen?

"Das erste Wochenende war ganz ok, beim zweiten hatten wir technische Probleme. Am Red Bull Ring hoffen wir, dass wir wieder mit dabei sind und zumindest mitkämpfen können."

Du „feierst“ ein Heimspiel mit HB Racing WDS Bau, einem österreichischen Team – wie ist das?

"Ich finde es immer toll, wenn man für ein österreichisches Team fährt. Ich habe das Gefühl, dass die Crew dann noch ein bisschen mehr hinter dem Fahrer steht."

Lucas Auer

Mercedes-AMG GT3 // BWT Mücke Motorsport

Du bist ein neues Gesicht beim ADAC GT Masters. Was treibt dich in diese Rennserie?

"Seit ich DTM fahre, wollte ich immer auch GT-Erfahrung sammeln. In diesem Jahr passt endlich alles zusammen, zum Glück auch noch bei meinem Heimrennen."

Wie sind deine ersten Eindrücke?

"Sehr positiv, aber ich muss mich noch ein bisschen an alles gewöhnen."

Gibt es eigentlich Gemeinsamkeiten zwischen den Fahrzeugen in der DTM und dem GT Masters?

"Eigentlich nicht. In den beiden Serien sind sehr viele Sachen anders, deshalb muss ich noch sehr viele Sachen lernen."

Kannst du die GT-Erfahrung, die du an diesem Wochenende sammelst, für das DTM-Rennen im September am Red Bull Ring nutzen?

"Mit Sicherheit nehme ich was mit. Jede zusätzliche Runde bringt viel Rennerfahrung. Davon kann ich nur profitieren, egal in welchem Auto ich hier unterwegs bin."

Deine Meinung zum Red Bull Ring?

"Die Strecke gefällt mir sehr gut, ich fühle mich hier sehr wohl. Das ganze Drumherum ist unfassbar gelungen. 2012 habe ich am Spielberg meinen ersten Sieg gefeiert, damals in der deutschen Formel 3. Seither bin ich jedes Jahr hier gefahren, manchmal war das Ergebnis schlechter, manchmal besser – aber es ist immer schön hier zu fahren."

Lucas Auer beim ADAC GT Masters am Red Bull Ring Philip Platzer

Chris Höher

Audi R8 LMS // Audi Sport racing academy

Du bist das erste Mal im ADAC GT Masters am Red Bull Ring im Einsatz. Was sind deiner Meinung die Schlüsselstellen zum Erfolg?

"Nach dem Start die zwei engen Kurve 1 und 2, denn wir haben ein großes Starterfeld, große Autos und jeder ist voll motiviert. In dieser Phase ist es wichtig zu überleben und trotzdem auf Attacke zu fahren. Das ist eine Gratwanderung. Im Rennen ist es dann wichtig, die Reifen am Leben zu halten. Wir fahren eine Stunde mit dem gleichen Reifensatz und speziell in den schnellen Kurven wird das eine riesige Belastung."

Wird die angekündigte Hitze dabei eine Rolle spielen?

"Auf jeden Fall. Beim ADAC GT Masters müssen die Fahrer extrem arbeiten, um die Reifen auf die richtige Temperatur zu bringen. Wir fahren mit wenig Luftdruck los und sollten schnell schauen, das in die Höhe zu bekommen, sonst kann der Reifen sofort kaputt gehen, wenn man über einen Curb fährt."

Wo sind die Idealstellen zum Überholen?

"Davon gibt es drei am Red Bull Ring: Kurve 1, die Remus-Kurve und die Schönberg-Gerade runter zur Rauch-Kurve."

Warum sollen die Fans unbedingt beim GT Masters dabei sein?

"Es ist ein höchstkarätiges Wochenende mit super Rennserien. Und das ADAC GT Masters wird überhaupt bombastisch – mit harten Fights, coolen Autos, coolen Fahrer und 100% Rennaction über die gesamte Distanz. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall."

Bis zum Vorjahr warst du im Formel-Sport, warum bist du zum ADAC GT Masters gewechselt?

"Irgendwann muss man sich entscheiden, ob man weiter für seinen Traum von der Formel 1 kämpft, auch wenn es sehr sehr schwierig ist, die notwendigen Budgets aufzustellen. Im Winter habe ich ein Angebot von der Audi Sport racing academy bekommen, mich zu unterstützen. Da musste ich nicht lange überlegen."

Wie war die Umstellung?

"Die schwierigste Umstellung war, dass ich nicht mehr in der Mitte sitze und viel mehr Gewicht im Auto habe. Grob geschätzt das doppelte. Deshalb muss ich früher bremsen und teilweise sauberer fahren. Aber die Entwicklung passt, schön langsam fühle ich mich wohl im Auto und dann kann ich auch attackieren."

Philipp Eng

BMW M6 GT3 // BMW Team Schnitzer

Du bist 2012 hier auf die Pole gefahren und hast im zweiten Rennen der Saison 2017 den ersten Sieg geholt. Du kennst die Strecke, bist gut in Form – Podium sollte also drinnen sein.

"Ich werde in jeder Kurve und in jeder Runde 100% fahren und mein Bestes geben. Unser Paket schaut tatsächlich sehr gut aus. Es im Moment zwar schwierig einzuschätzen, wo wir tatsächlich stehen, aber ich habe ein gutes Gefühl. Ein Platz auf dem Podium ist zumindest eine realistische Hoffnung."

Du hast mit Ricky Collard ein jungen Teamkollegen. Ist es in diesem Jahr deine Rolle, ihn zu coachen?

"Meine Rolle lässt sich gut vergleichen, ob man Single ist oder eine Freundin hat. Ricky ist in diesem Fall meine Freundin und ich kann nicht nur an mich selbst denken. Ich muss zwar zuerst schauen, dass mein Speed passt, aber wenn ich damit fertig bin, muss ich mich um den Teamkollegen kümmern und schauen, dass seine Fragen beantwortet und seine Bedenken geklärt werden. Da haben wir einen ganz guten Weg gefunden."

 

Komplettiert wird das Österreicher Paket mit dem Niederösterreicher Michael Fischer, der am Red Bull Ring sein ADAC GT Masters Debüt feiert.

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