Histo-Cup: Rauchende Reifen und spektakuläre Drifts

Legendäre Rennwagen auf der Strecke, nostalgische Erinnerungen auf den Tribünen und Volksfest-Charakter im Fahrerlager – das ist das Erfolgsgeheimnis des Histo-Cup. Vor dem Saisonfinale 2016 von 22. und 23. Oktober am Red Bull Ring haben wir Michael Steffny zum Gespräch gebeten. Der Salzburger hat die Rennserie vor 19 Jahren gegründet, seinen gelernten Beruf als Unternehmensberater aufgegeben und sein Hobby zum Beruf gemacht.

Am Wochenende findet das Finale des Histo-Cup mit dem Bosch Race Spielberg am Red Bull Ring statt – worauf dürfen sich die Zuseher freuen?
Steffny: Auf wunderschöne, alte Renntourenwagen und Formelfahrzeuge, die Rennen mit rauchenden Reifen und spektakulären Drifts bestreiten – und natürlich auf ein offenes Fahrerlager, was in der heutigen Zeit schon eine große Ausnahme ist.

Wie nahe kommt man im offenen Fahrerlager den Fahrern und den Boliden wirklich?
Ganz nahe. Die Besucher können hier ganz entspannt mit Fahrern und Mechanikern reden, sich die Technik ganz genau ansehen und dürfen sich – wenn sie fragen – manchmal auch in Fahrzeuge reinsetzen. In Zeiten von Selfies sind das großartige Erinnerungen.

Sie haben von rauchenden Reifen gesprochen: Ist der Histo-Cup echte Rennaction oder sind es eher Show-Rennen?
Wir reden von richtigem Rennsport, wo es darum geht, dass nur der Erste gewinnt. Und das ohne jene technischen Hilfsmittel, die wir bei modernen Fahrzeugen kennen. Beim Histo-Cup gibt es noch mechanischen Grip und deshalb rauchende Reifen.

Ist diese technische Nostalgie auf der Tribüne spürbar?
Auf jeden Fall, denn beim Histo-Cup gibt es noch Rennen wie damals – mit Schleudern, mit Windschatten-Manövern und mit Hecks, die plötzlich ausbrechen. Hier gewinnen noch richtige Rennfahrer und keine Computer-Spezialisten.

Es gibt am Samstag und Sonntag insgesamt 18 Renn-Entscheidungen. Was sind die Höhepunkte?
Ganz spannend wird sicher die BMW 325 Challenge, in dieser Klasse geht es immer um die berühmte „Wurst“, hier liegen die ersten 10 meistens innerhalb von nur 5 Zehntel. Und das historische Rennen mit Fahrzeugen über 2.500 ccm, weil in dieser Kategorie die großen Amerikaner zu sehen sind, wie zum Beispiel ein Ford Mustang V8, eine Shelby Cobra oder ein Pontiac Trans AM – das sind tolle Fahrzeuge mit einem tollen Sound. Aber in Wirklichkeit ist jedes Rennen spannend.

Was sind die interessantesten Boliden beim Histo-Cup?
Ein absolutes Highlight ist der original Zakspeed Ford Capri von Peter Mücke mit einem 3 Liter Turbo und rund 900 PS. Der ist unfassbar wertvoll und kostet geschätzt eine Million Euro. Oder ein Porsche 930 Turbo Kremer K3. Auch ein herrlicher Wagen.

Der Preis für Platz 1 im Histo-Cup ist die Goldene Ananas – wie ist es zu diesem Namen gekommen?
Die Goldene Ananas ist vor mehr als 10 Jahren bei einem Interview entstanden. Ich bin damals gefragt worden, ob es bei uns Preisgeld gibt, und ich habe geantwortet: Nein, weil Geld verdirbt den Charakter. Bei uns fahren alle nur um die berühmte Goldene Ananas. Das hat ein Fahrer gehört und dem hat das so getaugt, dass er eine mit Blattgold überzogene Ananas anfertigen hat lassen. Seit 2005 wird dieser Preis als Wanderpokal vergeben.

Der Histo-Cup ist die größte und erfolgreichste Motorsport-Serie Mitteleuropas. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Wir haben einerseits versucht, richtigen Rennsport mit historischen Fahrzeugen zu kombinieren. Anderseits haben wir auch immer auf die Wünsche der Fahrer Rücksicht genommen – Freundschaft im Fahrerlager, Wettbewerb auf der Rennstrecke, gute Atmosphäre auf den Tribünen, Technik, die noch überschaubar ist, und das Ganze in einem finanziell leistbaren Rahmen. 

Wie schaut es aus mit Nachwuchs? Histo-Cup klingt ja nicht nach einer klassischen Jugendserie.
Das täuscht. Der Histo-Cup ist für junge Fahrer sehr interessant, speziell die BMW 325 Challenge, weil es in Österreich nach dem Kartsport eigentlich kein Betätigungsfeld gibt. Wir haben im Vorjahr ein Fahrer-Casting gemacht und es haben sich 180 Jugendliche gemeldet. Der Sieger fährt übrigens in diesem Jahr um Platz 1 mit und hat schon ein Engagement beim Porsche Carrera Cup.

Und Frauen?
Auch die gibt es im Histo-Cup – als Fahrer, als Mechaniker und als Zuseher. In der Classica Trophy rittern zum Beispiel zwei Damen um den Gesamtsieg. Das wird sehr spannend. Die vielen Frauen, speziell auch im Fahrerlager, sind ein wichtiger Faktor, warum es bei uns so familiär zugeht.

Welcher historische Moment in der österreichischen Motorsport-Geschichte ist Ihnen besonders in Erinnerung?
Jochen Rindt und sein letztes Rennen am Salzburgring. In unserem Fahrerlager wird Rindt von vielen bis heute verehrt.

Und welches Fahrzeug ist der großartigste Rennwagen aller Zeiten?
Da habe ich keinen speziellen Rennwagen, sondern die Marke BMW, der „Inbegriff“ für einen erfolgreichen Renntourenwagen.

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